Glossar

Bewegungsförderung

„Gut zu wissen“ – Um etwas in seiner Umwelt entdecken zu können, muss man sich darin bewegen, da man ja erst dadurch immer wieder neuen Situationen begegnen kann. In aller Kürze könnte man sagen: Das Bewegen ermöglicht erst das Begegnen.

 

Die körperliche Beweglichkeit, die auch als Motorik bezeichnet wird, beinhaltet sowohl die Bereiche der Kondition und Ausdauer, als auch den Bereich der Koordination des Körpers. Und damit liegt schon auf der Hand, warum das häufige und vielfältige Bewegen sehr wichtig ist. Denn sowohl Ausdauer, als auch koordinative Fähigkeiten spielen in unserem Leben und natürlich auch im schulischen Lernen eine wichtige Rolle. Ausreichende Bewegung, möglichst an der frischen Luft, ist wichtig für die Gesundheit. Die Muskulatur und der ganze Bewegungsapparat werden flexibel gehalten. Kinder haben einen ganz natürlichen Bewegungsdrang, für den sie genügend Raum und Zeit brauchen. Jede Bewegungserfahrung birgt auch gleichzeitig Körpererfahrung in sich.

 

Diese ist Grundvoraussetzung für die räumliche Orientierung, die später nicht nur im Geometrieunterricht, sondern in der gesamten Lebensbewältigung bedeutsam ist. Es ist wichtig, dass Kinder großräumige (z. B. auf dem Spielplatz) und kleinräumige Bewegungserfahrungen (z. B. in einer selbstgebauten Höhle unter dem Tisch) machen dürfen. Bei allen Bewegungen werden auch die Sinne, insbesondere das Fühlen und Sehen gefördert, was für das Erlernen der Kulturtechniken Lesen und Schreiben bedeutsam ist. Jede Bewegung erfordert die Koordination des Bewegungsablaufs im Gehirn. Nicht zuletzt ermöglicht das Bewegen und Toben in der Gruppe soziale Erfahrungen mit anderen Kindern. Das Kind erlebt seine Stärken und Schwächen, was für die Entwicklung des eigenen Selbstwertgefühls wichtig ist.

 

Unsere Aufgabe ist es, den Kindern Raum für vielfältige Bewegungsmöglichkeiten zu schaffen und dabei auf Sicherheit zur Erhaltung der Gesundheit zu achten.

 

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Bewegung ist die Voraussetzung für Begegnungen mit der Umwelt

  • Bewegungserfahrungen beinhalten Sinneserfahrungen, Körpererfahrungen und regen das Gehirn an

  • Soziale Aspekte, Selbstwertgefühl und Sicherheitsbewusstsein werden durch Bewegungserfahrungen in der Gruppe gefördert

  • Bewegung ist wichtig für grundlegende Fähigkeiten, wie Kondition, Ausdauer und Körperkoordination
     

Ein Bewegungsförderungsprogramm für Oberhausener Kindertageseinrichtungen der Allianz Kindergesundheit, AOK Oberhausen, dem Stadtsportbund Oberhausen und dem Kita Zweckverband Bistum Essen.

 

Eine bewegungsreiche Kindheit hat fast jeder von uns gehabt. Selbstverständlich und unbekümmert haben wir uns ausgetobt, Beulen und Kratzer geholt und fast unmerklich dabei zu Erwachsenen entwickelt. An Bewegungsförderung für Kinder hat damals keiner ernsthaft gedacht.

 

Heute wissen wir, dass Bewegung ein zentraler Motor für alle Entwicklungsbereiche ist. Der Bewegungsmangel beeinträchtigt Bildungs- und Lernmöglichkeiten von Kindern in erheblichem Maße. Umso erschreckender sind dann die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen oder wissenschaftlicher Studien, die belegen, welches Ausmaß der Bewegungsmangel bei unseren Kindern bereits hat.

 

Uns geht es um eine möglichst frühzeitige Bewegungsförderung, die in den Kindertagesstätten ansetzt. Hier können wir fast alle Kinder erreichen, unabhängig vom Kulturkreis, Bildungsniveau, Einkommen oder sonstigen sozialen Klassifikationen, für die die Kinder nichts können. Jedoch liegt schon heute auf den Kindertageseinrichtungen ein kaum zu realisierender Anspruch, unsere Kinder in allen Bildungsbereichen im Alleingang perfekt zu fördern.

 

„Kids aus’em Sitz“ soll:

  • das Bildungs- und Handlungsknowhow in den Kindertagesstätten deutlich verbessern

  • mehr Bewegung in den Alltag der Kindertagesstätten integrieren

  • alle Beteiligten für die Bedeutung von Bewegung sensibilisieren

  • Bewegungsauffälligkeiten vorbeugen

  • Kooperationen und Vernetzung weiter entwickeln

 

Teiloffene Arbeit

In unserer Einrichtung arbeiten wir nach dem teiloffenen Konzept. Die teiloffene Arbeit ist charakterisiert durch die Errichtung von Funktionsbereichen und gruppenübergreifendem Arbeiten bei Aufrechterhaltung von festen Gruppenstrukturen. Das bedeutet, dass jedes Kind einer Gruppe fest zugehörig ist und immer weiß, wo es im Kindergarten „zu Hause“ ist. Folgende Bereiche stehen unseren Kindern in der Freispielzeit zur Verfügung: das Atelier, die Bewegungsbaustelle, das Außengelände, das Frühstückscafe, der Waschraum, unser großer Flur und die Turnhalle und auch der „Wackelzahnraum“. Außerdem bietet jede Gruppe individuelle Erfahrungsbereiche an, die sich von den anderen Gruppen unterscheiden, z. B. verschiedene Spielmaterialien, Rollenspielecke, usw.

 

Wir fördern damit die Entscheidungsfähigkeit, Selbständigkeit und Selbsttätigkeit der Kinder, die so ihren Interessen und Bedürfnissen entsprechend handeln können. Außerdem finden sie sich dadurch schnell im Haus zurecht und lernen viele Spiel- und Lernmöglichkeiten kennen. Ihr Sozialverhalten wird geschult, da sie mit vielen unterschiedlichen Kindern und Erwachsenen in Kontakt kommen. Falls ein Kind aber die Nähe und Sicherheit der vertrauten Umgebung und/oder Bezugserzieherin braucht, hat es dazu selbstverständlich die Möglichkeit, solange das Kind dies benötigt.

 

Manche Kinder spielen sehr gerne in den Räumen der anderen Gruppen und in den vorhandenen Funktionsbereichen. Sie genießen es, Neues und Anderes kennenzulernen und auszuprobieren. Dies führt dazu, dass jeder Tag abwechslungsreich gestaltet ist. Das ist selbst über die lange Kindergartenzeit gewährleistet. Bei allen Aktivitäten sind wir, das Team, pädagogische Wegbegleiter, Helfer, oft auch selbst Lernende und Staunende. Es gibt jeden Tag etwas Neues und Interessantes mit den Kindern zu entdecken, sodass wir die Welt auch durch die Augen eines Kindes erforschen wollen.

„Nimm ein Kind an die Hand Und lass dich von ihm führen. Betrachte die Steine, die es aufhebt und höre zu, was es dir erzählt. Zur Belohnung zeigt es dir eine Welt, die du längst vergessen hast.“ (Quelle unbekannt)

 
 

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